Wie viele anderen haben wir am Mittwoch ebenfalls die Sonnenfinsternis beobachtet. Ein Glück, dass sich eine Lochkamera so schnell selber bauen lässt.
Was für eine Sonnenfinsternis war das?
Bei der Sonnenfinsternis vom 12. August 2026 handelte es sich insgesamt um eine totale Sonnenfinsternis. Eine totale Sonnenfinsternis entsteht, wenn der Mond genau zwischen Sonne und Erde steht und die Sonne für einen bestimmten Bereich der Erde vollständig verdeckt.
Allerdings war die Finsternis in Deutschland nur als partielle Sonnenfinsternis zu beobachten. Das bedeutet, dass der Mond die Sonne hier nicht vollständig bedeckte. Die Verdeckung lag je nach Standort zwischen 85 % oder 90 %. Die Werte erscheinen hoch, jedoch war die effektive Verdunkelung nur etwa so stark wie bei einem drohenden Gewitter. Eine gute Verdeutlichung, wie hell die Sonne eigentlich scheint.
Für die Beobachtung einer Sonnenfinsternis ist es besonders wichtig, die Augen zu schützen. Das Bundesamt für Strahlenschutz weist darauf hin, dass man niemals ungeschützt direkt in die Sonne schauen darf. Schon während einer partiellen Sonnenfinsternis kann das intensive Sonnenlicht die Augen dauerhaft schädigen.
Wir hatten keine Brillen – dafür haben wir eine Lochkamera gebaut
Da wir exakt eine Sonnenfinsternisbrille für acht Personen zur Verfügung hatten, haben wir uns kurzerhand eine Lochkamera gebaut. Herhalten mussten dafür Butterbrotpapier, Alufolie, zwei Gummis und eine lange Pappröhre unbekannten Ursprungs. Das Butterbrotpapier wurde an einem Ende der Röhre mit dem Gummiband glatt befestigt, an der anderen Seite ebenso die Alufolie. Mit einer Nadel – ganz vergessen, die Nadel brauchten wir auch noch – haben wir ein winziges Loch in die Alufolie gestochen.
Die Wirkungsweise einer Lochkamera ist ähnlich derer unserer Augen: Licht fällt an einem kleinen Punkt ein und durch die Fokussierung der Strahlen kommt ein umgedrehtes Bild auf dem Bildschirm bzw. der Netzhaut an. Unser Gehirn übersetzt das Bild von allein wieder richtigherum, auf dem Butterbrotpapier mussten wir daran denken, das zu tun.
Mit der Lochkamera konnten wir die Sonne beobachten, ohne direkt in sie hineinzusehen. Statt die Sonne selbst anzuschauen, betrachteten wir lediglich ihr projiziertes Bild. Auf diese Weise konnten wir verfolgen, wie sich die Form der Sonnenscheibe während der Finsternis veränderte. Dass die Sonnenfinsternis nicht vollständig war, war für die Lochkamera eigentlich fast besser, denn anstatt dass das Bild im entscheidenden Moment einfach verschwand, konnten wir die ganze Zeit eine kleine Sichel sehen.
Die Lochkamera war damit eine einfache, aber spannende Möglichkeit, die Sonnenfinsternis sicher zu beobachten. Besonders beeindruckend war es, dass man dafür keine komplizierte technische Ausrüstung benötigte, sondern mit einem kleinen Loch und etwas Karton das astronomische Ereignis sichtbar machen konnte.
