Ein Drehhebel mit der Beschriftung "To Open: Fully depress button, pull out handle and rotate"

Es gibt Tage, an denen man Kuchen feiert. Es gibt Tage, an denen man Hunde feiert. Und dann gibt es diesen einen, ganz besonderen Tag, an dem wir die hohe Kunst des gepflegt verschachtelten, kunstvoll ineinander verwobenen, grammatikalisch durchaus korrekten, jedoch beim ersten Lesen nur unter Zuhilfenahme eines starken Kaffees und einer noch stärkeren Konzentrationsfähigkeit vollständig erfassbaren Satzgebildes feiern: den Tag der Schachtelsätze.

Ein Schachtelsatz ist – für alle, die gerade innerlich Luft holen – ein Satz, der in einem Satz, der in einem weiteren Satz steckt, welcher wiederum durch einen Relativsatz ergänzt wird, der, wenn man nicht aufpasst, plötzlich ein Eigenleben entwickelt, sodass man am Ende des Satzes angekommen ist und sich fragt, wie genau man hier eigentlich gelandet ist.

Sprachlich ist das beeindruckend. Literarisch kann es großartig sein. Und im gemütlichen Plauderton sorgt es für charmante Verwirrung.

Doch so unterhaltsam Schachtelsätze auch sind – sie haben nicht überall ihren Platz.

Wenn aus Sprachkunst plötzlich Risiko wird

Während verschlungene Satzkonstruktionen in Romanen oder Festreden durchaus ihren Reiz entfalten können, sieht die Sache im Arbeitsalltag ganz anders aus. Denn dort gilt nicht: „Hauptsache elegant formuliert“, sondern: Hauptsache eindeutig verstanden.

Gerade im Arbeitsschutz sind klare, unmissverständliche Formulierungen entscheidend. Betriebsanweisungen sollen nicht beeindrucken, sondern schützen. Wer an einer Maschine arbeitet, Gefahrstoffe handhabt oder komplexe Arbeitsabläufe befolgt, braucht präzise Informationen und keine sprachlichen Labyrinthe.

Ein Beispiel:

„Beim Betätigen des Schalters, der sich, sofern die Maschine ordnungsgemäß gewartet wurde, was durch das Wartungsprotokoll zu prüfen ist, noch in der unbeweglichen Ausgansposition befindet, muss zuallerst der rote Knopf heruntergedrückt werden, den Sie in der rechten Ecke…“

Zeitverlust und Missverständnisse sind vorprogrammiert. Beide können im Arbeitsschutz gefährlich werden.

Was macht eine gute Betriebsanweisung aus?

Eine wirksame Betriebsanweisung zeichnet sich durch drei Dinge aus:

  1. Klare Sprache
    Kurze Hauptsätze statt verschachtelter Konstruktionen.
    Beispiel:
    „Drücken Sie den grünen Startknopf rechts unten am Bedienfeld.“
  2. Eindeutige Handlungsanweisungen
    Wer soll was tun? Wann? Wie?
    Keine Interpretationsspielräume.
  3. Übersichtliche Struktur
    Absätze, Aufzählungen, Zwischenüberschriften, fette Schlagworte.
    Auch unter Stress müssen Informationen schnell erfassbar sein.

Arbeitsschutz lebt von Verständlichkeit. Denn nur wer eine Anweisung sofort versteht, kann sie sicher umsetzen.

Dieser Artikel war vor allem ein Gedankenspiel. Die meisten Betriebsanweisungen werden ohne Schachtelsätze geschrieben. Falls es Sie juckt, gehen Sie trotzdem mal durch die Anweisungen bei Ihrer täglichen Arbeit. Vielleicht sind sie ja aus anderem Grund noch nicht klar genug.

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