Gestern war ich zum ersten Mal Blutspenden. Obwohl viele meiner Bekannten schon oft gespendet haben, wusste ich vorher nicht genau, was mich erwartet. Die Sorge war aber völlig unbegründet: Alle Mitarbeitenden in der Blutspendezentrale Karlsruhe waren ausgesprochen freundlich, haben jeden Schritt erklärt, Fragen beantwortet und aufmerksam darauf geachtet, dass es den Spenderinnen und Spendern gut geht.
Die eigentliche Spende war schnell erledigt. Der Einstich hat etwas gepiekst, danach wurde mir allerdings kurz etwas schwummrig. Das ist nichts Ungewöhnliches – Kreislaufprobleme gehören zu den gelegentlichen Nebenwirkungen einer Blutspende -, an so einem heißen Tag hätte ich allerdings vorher noch mehr trinken können. Die Blutspendezentrale war für diesen Fall vorbereitet. Es standen direkt Cola und Snacks bereit, und nach einer kurzen Pause war alles wieder in Ordnung.
In Deutschland werden täglich 15.000 Blutkonserven benötigt, bei Unfällen, Operationen, Geburten… Blut kann nicht künstlich hergestellt werden, daher sind Krankenhäuser auf Spender angewiesen.
Es gibt verschiedene Spendenformen wie die Vollblut-, Plasma- oder Thrombozytenspende. Eine einzige Vollblutspende kann mehreren Patienten zugutekommen, denn das Blut wird später in seine Bestandteile aufgeteilt.
Die Vorteile einer Blutspende für den Empfänger sind offensichtlich, für den Spender gibt es aber auch einige.
Kostenloser Gesundheitscheck inklusive
Vor jeder Spende werden unter anderem Blutdruck, Puls, Körpertemperatur und der Hämoglobinwert kontrolliert. Außerdem wird das Blut auf verschiedene Infektionskrankheiten untersucht. Bei der ersten Spende und anschließend in regelmäßigen Abständen werden zusätzlich weitere Laborwerte überprüft. Das ersetzt zwar keinen Arztbesuch, sorgt aber für eine zusätzliche Gesundheitskontrolle und man muss nicht beim Hausarzt warten.
Man erfährt seine Blutgruppe
Nach den ersten Spenden erhält man einen Blutspendeausweis mit der eigenen Blutgruppe. Ich persönlich finde das einfach so interessant, für alle anderen kann es im Notfall nützlich sein.
Gute Tat, gutes Gefühl
Studien und Befragungen zeigen, dass viele regelmäßige Blutspender berichten, sich nach dem Spenden wohler zu fühlen. Vielleicht liegt es einfach daran, dass man weiß, etwas Sinnvolles getan zu haben. Immerhin könnte das eigene Blut irgendwann dazu beitragen, Leben zu retten.
Die unterschätzten Vorteile
Und dann gibt es noch die Vorteile, über die kaum jemand spricht:
- Das Gebäude ist klimatisiert.
- Der Körper verbraucht für Blutverlust und Regeneration erstaunlich viel Energie, laut AOK insgesamt bis zu 3.000 Kalorien. Das reicht zumindest theoretisch aus, um die kostenlosen Kuchenstücke und Snacks bis zur nächsten Spende zu rechtfertigen. Als Diätmethode taugt Blutspenden natürlich trotzdem nicht.
Ich werde in ein paar Monaten erneut Blutspenden gehen. Vielleicht sehen wir uns dort.
