Hier kommt der dritte Teil der Serie zu Brandlasten bei Wohnungsbränden. Diese Woche geht es um Möbel.
So gut wie in jeder Wohnung befinden sich Möbel (Ausnahmen bestätigen die Regel). Abgesehen von dem sprichwörtlichen Inventar Bett und Tisch gibt es noch Kleiderschränke, Beistelltische, Kommoden, Sofas, Sessel… Die Liste lässt sich fortsetzen.
Möbel haben bei Wohnungsbränden eine zentrale Bedeutung, da sie einen großen Teil der sogenannten Brandlast ausmachen. Während tragende Bauteile wie Wände, Decken oder Böden häufig aus nicht brennbaren Materialien bestehen, sind es vor allem Möbel, die einem Feuer Nahrung geben. Ihre Materialien, Anordnung und Menge beeinflussen maßgeblich, wie schnell sich ein Brand ausbreitet und wie gefährlich er für die Bewohner wird.
Besonders gut brennbar sind Polstermöbel wie Sofas, Sessel, Matratzen oder Bürostühle. Sie enthalten oft Schaumstoffe, Kunststoffe und synthetische Bezüge, die sich leicht entzünden und innerhalb kurzer Zeit große Flammen entwickeln können. Dabei entstehen sehr hohe Temperaturen sowie dichte Rauchgase, die häufig hochgiftig sind. Schon wenige Atemzüge dieses Rauchs können zu Bewusstlosigkeit führen. Auch Möbel aus Spanplatten oder anderen Holzwerkstoffen brennen schneller als massives Holz, da sie Klebstoffe und Beschichtungen enthalten, die den Brand beschleunigen. Sie erinnern sich vielleicht an ähnliche Probleme bei Böden aus dem letzten Beitrag.
Schlecht oder langsamer brennbar sind Möbel aus Massivholz oder Metall. Massivholz kann zwar ebenfalls Feuer fangen, entzündet sich jedoch langsamer und verkohlt zunächst an der Oberfläche. Diese Verkohlung kann die weitere Brandausbreitung kurzfristig bremsen. Metallmöbel brennen nicht, verlieren bei großer Hitze jedoch ihre Stabilität und können sich stark aufheizen. Aufgepasst: Heißes Metall kann aussehen wie kaltes Metall.
Zu guter letzt stellen Möbel noch aus einem anderen Grund einen wesentlichen Faktor bei Wohnungsbränden dar. Können Sie ihn erraten? Die Auflösung gibt es nächste Woche.
